Der ehemalige Biathlon-Präsident Anders Besseberg ist in Norwegen wegen Korruption angeklagt worden. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

Der frühere Präsident des Biathlon-Weltverbandes IBU, Anders Besseberg, wird in Norwegen wegen schwerer Korruption angeklagt.

Wie die norwegische Ermittlungsbehörde für Wirtschaftskriminalität mitteilte, geht es um Taten im Zeitraum von 2009 bis 2018. Besseberg soll demnach unter anderem Bestechungen in Form von Uhren, Jagdausflügen und -trophäen, Prostituierten und einem geleasten Auto, das er zwischen 2011 und 2018 in Norwegen genutzt habe, angenommen haben. 

Bessebergs Anwalt Christian B. Hjort erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme an die norwegische Nachrichtenagentur NTB: «Besseberg bleibt dabei, dass er sich nie hat bestechen lassen oder versucht hat, die Anti-Doping-Arbeit der IBU zum Vorteil von jemandem zu beeinflussen.» 

Sein Klient sei ein «Hardliner» in der Bekämpfung von Doping gewesen. «Er hat darauf bestanden, dass alle Dopingfälle in Übereinstimmung mit den Regeln behandelt werden müssen, egal ob der Verdacht sich gegen Athleten aus West oder Ost richtet. Das hat ihn bei Einzelnen unbeliebt gemacht und Anlass zu mehreren grundlosen Beschuldigungen gegen ihn gegeben.»

«Der Ernst der Angelegenheit wird durch den Vertrauensbruch unterstrichen, den seine Handlungen vor dem Hintergrund seiner Position als IBU-Präsident darstellen», sagte die zuständige Staatsanwältin Marianne Djupesland laut einer Mitteilung. Bei den Ermittlungen hat Norwegen nach eigenen Angaben mit den österreichischen Behörden über die EU-Agentur Eurojust zusammengearbeitet. Eurojust ist in der Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen zuständig. Außerdem haben demnach Behörden in Tschechien, Liechtenstein und Kanada die Ermittlungen unterstützt.

Besseberg war von 1993 bis 2018 Präsident des Biathlon-Weltverbandes. Eine im November 2018 eingesetzte unabhängige externe Überprüfungskommission (ERC) hatte in einem Bericht Anfang 2021 viele Verfehlungen des Norwegers dargelegt. Danach soll er «systematisch korruptes und unethisches Verhalten» an den Tag gelegt haben. Zudem habe er «offensichtlich russische Interessen, insbesondere im Zusammenhang mit der Dopingbekämpfung, geschützt», hieß es in einer IBU-Mitteilung vom Montag. Die Integritätsstelle des Weltverbandes setze die Ermittlungen der ERC fort. 

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