Rodel-Ass Felix Loch ist der große Favorit auf den WM-Titel. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Mit der Favoritenbürde hat er überhaupt keine Probleme und die Rodel-Konkurrenz verneigt sich ohnehin schon vor Felix Loch.

«Damit kann ich leben und das habe ich mir auch hart erarbeitet», sagte der der erfolgreichste deutsche Rennrodler vor der am Freitag beginnenden 50. WM in Schönau am Königssee. Der am vergangenen Wochenende bereits als Gesamtweltcupsieger gekürte 32-Jährige kann seine herausragende Saison noch veredeln. Mit einem Sieg auf der Heimbahn kann Loch Rekord-Weltmeister werden, mit einem weiteren Erfolg beim Weltcup-Finale in St. Moritz eine Woche später kann er der erste Rodler werden, der alle Weltcuprennen in einer Saison gewinnt.

Was ihm mehr bedeuten würde, kann der Olympiasieger von 2010 und 2014 gar nicht eindeutig sagen. «Natürlich liegt der Fokus jetzt auf der WM, aber ich schiele schon zum Weltcup-Finale in St. Moritz, wenn das alles klappen sollte, wäre das hammergeil. Das kann man niemandem erklären», sagte Loch, der den WM-Titel 2020 verpasste. Druck, irgendetwas gewinnen zu müssen, verspüre er nicht.

«Dass diese Sicherheit da ist und man weiß, wo man das eine oder andere Zehntel noch herausholen kann, das ist entscheidend», erklärte der sechsmalige Einzel-Weltmeister, der sich auf seiner Heimatbahn am Königssee pudelwohl fühlt. «Ich freue mich richtig, das Abschlusstraining war auch sehr gut», sagte Loch.

Der Respekt der Konkurrenz vor der Leistung des Top-Favoriten ist groß. «Er fährt gerade auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht und hat zur Zeit einfach einen Flow. An Felix führt derzeit kein Weg vorbei – aber ich versuche immer wieder in Reichweite zu bleiben», sagte sein Teamkamerad Johannes Ludwig, der in der Gesamtwertung auf Rang zwei liegt.

Für die Rückkehr zur alten Leistungsstärke gibt es nicht die eine Erklärung. «Es sind viele Kleinigkeiten, auch beim Material. Felix konnte im Sommer mehr trainieren, hatte weniger Termine und ist am Start besser geworden», sagte Bundestrainer Norbert Loch. Auch Rodel-Legende «Schorsch» Hackl ist beeindruckt von der Siegesserie seines Zöglings. «Das ist unglaublich, dass er so zurückgekommen ist. Mich freut’s brutal für ihn», sagte der 54-Jährige. «Felix hat zu seinen alten Tugenden zurückgefunden. Er liegt flach auf dem Schlitten, er startet schnell und ist in den Leistungskriterien vorne», erklärte der dreimalige Olympiasieger.

Nach den drei Sprintentscheidungen am Freitag geht es für Felix am Samstagnachmittag um Gold im Einsitzer-Rennen. Mit dem siebten WM-Sieg würde er den Südtiroler Armin Zöggeler (6) überholen und hätte dann bereits sein neuntes Einzelrennen nacheinander vor dem Weltcupfinale gewonnen. Insgesamt stehen bei der WM sieben Entscheidungen an. Das Ziel des deutschen Teams: Mehr als die zwei WM-Siege vor einem Jahr bei den Titelkämpfen in Sotschi.

Von Morten Ritter, dpa

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