Startet verspätet in die Saison: Biathletin Franziska Preuß. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Viele Verletzungen und Zwangspausen durch Erkrankungen haben bei der ehemaligen Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß große Selbstzweifel ausgelöst.

«Dieses Jahr im Sommer hatte ich ehrlich gesagt so Phasen gehabt, wo mir die Ärzte schon wieder das Okay gegeben haben und ich mit dem Training beginnen durfte, aber in denen ich schon Motivationsprobleme gehabt habe», sagte die 28-Jährige dem TV-Sender Sky: «Ich habe damals zu meinem Freund gesagt: Ich weiß einfach nicht, ob sich das Ganze noch lohnt. Oder hänge ich in sechs, sieben Wochen schon wieder da und es geht nichts mehr?»

«Jedes Warnsignal vom Körper ernst nehmen»

Die Frage nach einem Rücktritt stellte sich für die Bayerin Preuß zwar noch nicht, sie habe sich aber ernsthaft Gedanken über ihren Körper gemacht. «So Phasen hat es auch im Sommer gegeben», sagte Preuß. Ihr Körper sei «sehr anfällig» für Verletzungen. «Ich muss extrem aufpassen und jedes Warnsignal vom Körper ernst nehmen und darauf reagieren. Nicht dass es dann schlimmer wird und ich wieder drei Wochen durchhänge und der Körper richtig streikt», sagte sie. Andere könnten vielleicht mit 90 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit an den Start gehen, ohne dass es dann gleich eine Katastrophe sei. «Bei mir ist das leider nicht. Ich habe das akzeptiert».

Die Olympia-Dritte mit der Staffel hatte den Saisonstart in Kontiolahti in der Vorwoche wegen einer Atemwegserkrankung verpasst. Sie startet am heutigen Donnerstag im Sprint in Hochfilzen verspätet in die Saison. In der Vorbereitung war sie durch eine erneute Corona-Infektion Ende März sowie später eine schwere Mittelohrentzündung und auch noch eine Stirnhöhlenentzündung zurückgeworfen worden. Ihr fehlten gut 70 Stunden an Training, die sie nicht mehr aufholen könne, wie Preuß sagte.

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