Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher ist zufrieden nach den Medaillengewinnen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Daniel Karmann/dpa)

Als die Zuschauer in Planica längst verschwunden waren, rannte Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher noch einmal mit Volldampf in den Auslauf und rutschte vor seine Medaillenathleten.

Der kurze Kniefall im Schnee war das Schlussbild eines verrückten WM-Abends, an dessen Ende Andreas Wellinger Silber und Karl Geiger Bronze im Einzel auf der Normalschanze erobert hatten.

«Es war schon fast weltmeisterlich, wie wir das gemacht haben. Es ist echt cool, Cheftrainer von dieser Truppe zu sein, die da so arbeitet im Hintergrund. Und natürlich auch Trainer zu sein von Athleten, die auch ständig das Ding mitmachen», sagte Horngacher.

Zwei Medaillen sind «unglaublich»

Dass der Pole Piotr Zyla Gold gewann, wurde dabei zur Nebensache – zumindest für den überglücklichen deutschen Tross, der mit gesamt zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze schon jetzt seine Ausbeute von vor zwei Jahren überboten hat. «Eine Medaille hätten wir anvisiert. Dass wir jetzt zwei machen, ist unglaublich», sagte der 53 Jahre alte Tiroler, der vor sieben Wochen nach der Tournee-Pleite noch in großer Erklärungsnot gewesen war und nun erleichtert wirkte wie selten zuvor.

Wellingers harte Jahre mit Kreuzbandriss und Krisen scheinen mit der WM-Medaille im Einzel endgültig abgehakt. «Wenn ich es mal sacken lasse, wird sie sicher einen sehr hohen Stellenwert haben, weil die letzten Jahre mehr schlecht als recht waren – beziehungsweise ich immer wieder eine auf den Sack gekriegt habe», sagte der 27 Jahre alte Silber-Gewinner, der zuletzt bereits einen enormen Aufwärtstrend unter Beweis gestellt hatte.

Geiger (30) hingegen erlebt ein schwieriges Jahr, patzte bei der Tournee und nahm danach sogar mal ein Wochenende Wettkampfpause. Der Plan ist aufgegangen, wie das packende Springen am Samstag zeigte. «Es war intensiv anstrengend, aber mega geil. Das ist wirklich speziell, es freut mich unglaublich», sagte Geiger, der seinem früheren Spitznamen als «Kleinschanzen-Karle» alle Ehre machte.

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