Karl Geiger bleibt im Gelben Trikot. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Grzegorz Momot/PAP/dpa)

Das Ende der fulminanten Podiumsserie nahmen die deutschen Skispringer um Gelb-Träger Karl Geiger ganz gelassen hin.

Erstmals seit fast zehn Monaten hatte es nicht für einen der ersten drei Plätze im Weltcup gereicht, doch der Tagesvierte Geiger darf immerhin das markant leuchtende Trikot des Gesamtführenden vom polnischen Wisla mit zum Schanzen-Heimspiel in Klingenthal am nächsten Wochenende bringen.

Im Einzel hatte er sich zuvor dem Top-Trio Jan Hörl aus Österreich, Marius Lindvik aus Norwegen und dem Österreicher Stefan Kraft geschlagen geben müssen. «Ich bin sehr zufrieden. Es war wieder kein einfacher Wettkampf. Wir sind gut drauf und wir werden in Klingenthal wieder angreifen», kündigte Geiger an.

Hannawald: «Jammern auf hohem Niveau»

Auch Markus Eisenbichler, nun Gesamtdritter hinter Geiger und Anze Lanisek, als Fünfter und Pius Paschke auf dem siebten Rang landeten in der Spitze, konnten aber für das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher nicht ganz vorne reinspringen. Der letzte deutsche Tournee-Sieger Sven Hannawald befand in der ARD über das Ende der Serie: «Das ist Jammern auf hohem Niveau.» Letztmals ohne Top-Drei-Platz waren die deutschen Skispringer am 14. Februar in Zakopane geblieben.

Auch ohne Einzel-Podestrang profitierten Deutschlands Skispringer in Wisla mal wieder von der Schwäche oder der Abwesenheit der anderen Spitzenathleten. Der Japaner Ryoyu Kobayashi fehlte in Polen noch wegen einer Corona-Infektion, die weiteren Rivalen um Norwegens Halvor Egner Granerud (48.) und Anze Lanisek (13.) blieben weit hinter den hohen Erwartungen zurück. Völlig enttäuschend agieren in diesem Winter bislang die Polen, die aktuell keine Titelkandidaten für die in gut drei Wochen beginnende Vierschanzentournee sind.

Zweiter Platz im Teamspringen

Im Teamspringen am Samstag hatte das deutsche Team mit Geiger, Eisenbichler, Paschke und Stephan Leyhe den zweiten Platz belegt, nachdem der erste Durchgang ordentlich misslungen war. Nur Österreich landete mit einem Vorsprung von weniger als 20 Zentimetern vor dem Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV). «Den zweiten Platz hätte ich nicht so erwartet. Den ersten Sprung vergessen wir mal, der zweite war umso besser», kommentierte Eisenbichler.

Neben dem Spitzenduo Eisenbichler/Geiger gibt es für Chefcoach Horngacher aber auch Sorgen. Andreas Wellinger kommt trotz seines achten Rangs in der Qualifikation nicht vorwärts, er verpasste am Sonntag klar das Finale und reiste ohne Punkte ab. Auch Leyhe, tags zuvor noch Teil des Podest-Quartetts, schaffte es nicht in den zweiten Durchgang. «Momentan bin ich schon ziemlich gefrustet», sagte Wellinger, dem vor allem die Konstanz fehlt. Ex-Weltmeister Severin Freund schaffte es in diesem Winter noch nicht in den Kader für den Weltcup.

Von Patrick Reichardt und Thomas Eßer, dpa

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