Sieht die Olympia-Vergabe an China kritisch: Ex-Skistar Felix Neureuther. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Der frühere Skistar Felix Neureuther hat die Vergabe der Olympischen Winterspiele im kommenden Februar an China kritisiert. Wie zuvor schon die Entscheidungen für Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018.

«Leider wird in Peking wieder offensichtlich, dass diese Spiele zum dritten Mal hintereinander nicht die Werte verkörpern, die Olympische Spiele verkörpern sollten. Wenn man schaut, wie viel Milliarden Euro dafür ausgegeben werden: Es kann doch nicht das Interesse des olympischen Sports sein, die Spiele so aufzublähen, dass sie nicht mehr bezahlbar sind», sagte Neureuther der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Gigantismus der falsche Weg

Gigantismus bei Olympia sei der absolut falsche Weg. Olympia solle ein Traum für jeden Sportler bleiben, «aber schaffen wir das nicht viel zeitgemäßer, indem nicht in Gigantismus, sondern in nachhaltige Themen investiert wird? Natürlich muss das Produkt glänzen, aber kann es glänzen, wenn neben den Wettkampfstätten Menschenrechte mit Füßen getreten werden? Wenn das IOC sagt, dass wir Sportler uns aus politischen Themen raushalten sollen, dann ist das auch nicht mehr zeitgemäß», kritisierte der 37-Jährige.

Er wünsche sich, dass den Menschen vor Ort und allen Zuschauern ein olympisches Erbe hinterlassen werde, «das für Aufbruch sorgt und zeigt, was der Sport für unsere Gesellschaft leisten kann.» Das hätten die Spiele in der Vergangenheit wie München 1972, Lillehammer 1994 oder London 2012 gezeigt.

Skisport muss nachhaltiger werden

Zudem müsse der Skisport in Zeiten von Klimawandel und Gletscherschmelze nachhaltiger werden. «Müssen immer wieder neue Abfahrtspisten in den Wald gehauen werden? Es ist nicht mehr zeitgemäß, im Sommer auf dem Gletscher Ski zu fahren. Du machst dich dadurch als Sportart sehr angreifbar», mahnte Neureuther. Gerade der Skirennsport könne sich dabei positionieren und das Zeichen setzen, «dass wir verstanden haben».

Skigebiete auszubauen oder miteinander zu verknüpfen, so dass noch größere Gebiete auf noch mehr Flächen entstehen, sei der falsche Ansatz. «Das Geld, das man für Erweiterungen ausgibt, sollte man lieber in nachhaltigere Bahnen, in energieeffizientere Beschneiungsanlagen und in die Forschung investieren», forderte Neureuther.

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