Traut dem DSV-Team eine erfolgreiche Biathlon-WM zu: Simon Schempp. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Sven Hoppe/dpa)

Ex-Biathlet Simon Schempp (32) traut seiner Freundin Franziska Preuß (26) bei den am 10. Februar im slowenischen Pokljuka beginnenden Weltmeisterschaften einiges zu.

«Bei den Frauen hat Franzi eine sehr konstante Saison. Bei ihr schaut es sehr gut aus», sagte Schempp dem «Münchner Merkur». Auch Denise Herrmann gehört für Schempp zu den Medaillenkandidatinnen. Der Schießstand in Pokljuka werde Hermann entgegenkommen. «Der ist ja einer der leichteren», sagte Schempp. Wenn bei Herrmann die Trefferleistung stimme, sei «sehr viel möglich».

Drei seiner früheren Teamkollegen seien ebenfalls Medaillenkandidaten. «Bei den Männern glaube ich, dass Arnd Peiffer in der Lage ist, weit nach vorne zu kommen. Wenn man bei ihm nicht so viel erwartet, ist oft sehr viel drin», sagte Schempp über den Olympiasieger. «Bei Erik Lesser weiß man, dass er gerade bei Saisonhöhepunkten starke Leistungen zeigt. Benni Doll war zuletzt in Antholz auf der Strecke sehr gut unterwegs», sagte Schempp. «Da ist schon einiges möglich. Auch wenn die Vorzeichen in früheren Jahren vielleicht etwas besser waren», meinte er.

Anders als bei bisherigen Weltmeisterschaften gibt Lesser nicht Gold als Zielsetzung an. «In den letzten Jahren habe ich immer gesagt, wir holen Gold. Aber so, wie das dieses Jahr abgelaufen ist, können wir mit einer Staffelmedaille sehr glücklich sein», sagte der 32-Jährige im Interview der «Augsburger Allgemeinen» und ergänzte: «In den Einzelrennen glaube ich nicht, dass ich um die Medaillen kämpfen werde.»

Schempp, Weltmeister und Olympia-Zweiter im Massenstart, hatte seine Karriere Ende Januar beendet – er war nicht mehr in Schwung gekommen. «Ich glaube schon, dass ich den Trennungsschmerz überwunden habe. Es war eine unheimlich schöne Zeit, ich konnte so viele schöne Sachen erleben, auch emotional», sagte Schempp. Er wird nun Wirtschaftsingenieurwesen in Rosenheim studieren – am 15. März geht es für ihn los. «Für mich war wichtig, dass ich nach dem Sport gleich wieder ein Ziel habe. Und auf das Studium habe ich auch richtig Lust», sagte Schempp.

«Ich musste Simon nicht trösten», sagte Preuß über das Karriereende ihres Freundes kurz vor der WM, ebenfalls im «Münchner Merkur». Preuß meinte: «Ich glaube, er hat das genau zur richtigen Zeit gemacht. Für uns war das eine spannende Situation, eine neue Erfahrung, wenn sich einer von uns beiden von seinem Sport, den er viele Jahre mit großer Freude ausgeübt hat, verabschiedet», meinte die Biathletin. «Ich habe Simon natürlich voll unterstützt. Und er ist jetzt auch zufrieden damit – und sicher nicht am Boden zerstört.»

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