Der Zweitplatzierte Andreas Wellinger (l) aus Deutschland sprang in den USA gleich zweimal aufs Podest. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Hans Pennink/FR58980 AP/dpa)

Die deutschen Skispringer sind eineinhalb Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im slowenischen Planica in die Weltspitze zurückgekehrt – und haben in Lake Placid sogar den langersehnten ersten Weltcup-Sieg des Winters geholt.

Überragender Mann war aus deutscher Sicht der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger, der in den USA seinen ersten Weltcup-Sieg im Einzel seit mehr als fünf Jahren feierte.

Einen Tag später legte der 27-Jährige einen starken zweiten Platz nach – besser war nur der Gesamtweltcupführende Halvor Egner Granerud aus Norwegen. «Es ist unglaublich, dass ich zweimal hintereinander auf dem Podest stehen darf», sagte Wellinger.

Wellinger: «Habe brutal gekämpft»

Jahrelang hatte Wellinger zuletzt nach seiner Form früherer Tage gesucht. «Ich habe brutal gekämpft die letzten Wochen, die letzten Monate, die letzten Jahre», sagte er nach einer langen Leidenszeit mit mehreren Verletzungen. Der Olympiasieger von 2014 und 2018 rutschte zeitweise aus dem Weltcup-Team und wurde für die Winterspiele 2022 in China nicht nominiert. Zuletzt hatte er seine Klasse früherer Tage immer mal wieder aufblitzen lassen. Zum richtigen Durchbruch hatte es aber nicht gereicht. «Dass der Sprung aufs Podest gleich wieder der erste Platz ist, fühlt sich einfach so geil an», sagte Wellinger.

Auch die anderen deutschen Springer zeigten eineinhalb Wochen vor WM-Beginn aufsteigende Form. Karl Geiger verpasste am Sonntag als Vierter nur knapp das Podest, tags zuvor belegte er den achten Rang. «Ich glaube, wir können mit einem guten Gefühl heim fahren», sagte Geiger nach dem Wochenende. Auch Markus Eisenbichler sprang ordentlich und landete auf den Plätzen 10 und 14.

Trendwende rechtzeitig zur Weltmeisterschaft

Bundestrainer Stefan Horngacher dürften die Leistungen in Übersee Mut machen, nachdem seine Springer in diesem Winter größtenteils enttäuscht hatten. Es drohte sogar eine Saison ohne Weltcup-Sieg. Bei der Vierschanzentournee war das deutsche Team chancenlos. Auch bei den meisten anderen Weltcups sprangen die Sportler vom Deutschen Skiverband hinterher. Die Maßstäbe setzten andere – allen voran der Norweger Granerud, aber auch Dawid Kubacki aus Polen.

Doch nun gelang offenbar die Trendwende. Die deutschen Springer hoffen, ihre Form bis zur bevorstehenden Weltmeisterschaft im slowenischen Planica noch einmal steigern zu können. Das erste WM-Springen steigt am 25. Februar von der Normalschanze. Dann wollen die Schützlinge von Stefan Horngacher nach Edelmetall greifen. «Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg», sagte Geiger.

Christian Johner, dpa

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