Jarl Magnus Riiber (vorn) aus Norwegen jubelt über seinen Sieg, Eric Frenzel (hinten, r) läuft als Vierter ins Ziel. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Eric Frenzel ließ demonstrativ den Kopf hängen und sackte enttäuscht zu Boden. Statt eines weiteren wundersamen Triumphs begann die Heim-WM in Oberstdorf für die deutschen Nordischen Kombinierer mit einer Enttäuschung.

Frenzel und Teamkollege Fabian Rießle waren auf den zehn Kilometern zwar zu den Favoriten aufgelaufen, kamen aber am Ende nicht über Rang vier und sechs hinaus und verfehlten damit haarscharf die angestrebte Auftaktmedaille.

«Die Chance war da», befand Bundestrainer Hermann Weinbuch. Angesprochen auf eine mögliche Enttäuschung reagierte der 60-Jährige trotzig: «Wir haben keine Wunde. Wir haben eigentlich sehr viel richtig gemacht, aber es muss auch für einen laufen.» Dies sei am Freitag nicht passiert.

Frenzel, mit sieben Titeln Rekord-Champion bei Weltmeisterschaften, fehlten am Ende nur wenige Sekunden für eine Medaille. «Es war an sich ein guter Tag, wenn man fünf Sekunden hinter Gold ist», sagte er. «Das ist das kleine Quäntchen, wonach wir schon lange auf der Suche sind.». Er sprach sich zugleich Mut zu: «Ich für meinen Teil habe Selbstvertrauen getankt.»

Mit aufreizender Leichtigkeit zum Weltmeister gekrönt hat sich stattdessen der Norweger Jarl Magnus Riiber. «Bei ihm hat alles zusammengepasst heute. Das Rennen ist perfekt für ihn gelaufen», analysierte Weinbuch. Der 23 Jahre alte Titelverteidiger ließ die Verfolger auf den zehn Kilometern im Allgäu zunächst heranlaufen und stellte dann im anspruchsvollen Finale unter Beweis, warum er derzeit der Chef der Kombinierer ist.

Aber auch der Finne Ilkka Herola und Norwegens Jens Luuras Oftebro, die Silber und Bronze holten, waren diesmal zu stark. «Wir können uns nichts vorwerfen, wir haben alles versucht. Es ist ärgerlich, aber das müssen wir so hinnehmen. Wir wären gerne aufs Podium gekommen, aber es hat nicht geklappt», sagte Rießle.

Für Mitfavorit Vinzenz Geiger (Rang 14) und Johannes Rydzek (28.) lief es nach durchwachsenen Sprüngen nur mäßig. Beide Oberstdorfer hatten gleich zu Beginn in der Loipe versucht, den Rückstand von über einer Minute wieder aufzuholen. Das klappte zunächst hervorragend, dann brachen beide ein.

Der sechsmalige Weltmeister Rydzek überquerte völlig geschlaucht die Ziellinie. Geiger, immerhin Gesamtzweiter im Weltcup, erklärte zu seiner Taktik: «Die Ausgangsposition war so, dass ich alles riskieren musste. Es geht um die Medaillen und ich laufe nicht darum, Fünfter zu werden.»

Riiber, der konstant herausragend springt und sich inzwischen auch ein starkes Finish in der Langlauf-Loipe antrainiert hat, hatte vor zwei Jahren in Seefeld schon zweimal Gold und einmal Silber geholt und gilt seit Jahren als Top-Athlet der Sportart.

Frenzel, Rießle und Geiger dürften für den noch folgenden Teamwettbewerb gesetzt sein. Ob Rydzek auch erneut Teil des Quartetts ist, ist noch vollkommen offen. In Manuel Faißt und Terence Weber hat Chefcoach Weinbuch zwei weitere überdurchschnittliche Alternativen in der Hinterhand.

Von Patrick Reichardt und Thomas Eßer, dpa

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