Andreas Sander kam beim Super-G in Wengen nicht auf die vorderen Plätze. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Gabriele Facciotti/AP/dpa)

Die deutschen Skirennfahrer haben beim Weltcup in Wengen eine denkwürdige Pleite kassiert. Im Super-G kam Andreas Sander als bester DSV-Athlet nur auf Rang 25. Er hatte gut drei Sekunden Rückstand auf Sieger Cyprien Sarrazin aus Frankreich.

In einem Speed-Event – also Abfahrt oder Super-G – waren die deutschen Männer seit Dezember 2018 nicht mehr so weit hinten platziert; damals war in Beaver Creek sogar nur ein 30. Rang herausgesprungen.

Die Spitze und sogar die Top Ten sind derzeit weit entfernt. Sarrazin setzte sich vor dem Schweizer Lokalmatadoren und Favoriten Marco Odermatt (+0,58 Sekunden) sowie Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen (+1,00) durch.

Das Rennen wurde überschattet von einem Sturz des französischen Routiniers Alexis Pinturault, der lange an der Strecke behandelt und dann mit einem Helikopter weggeflogen wurde. Bilder vom Sturz nach einem Sprung kurz vor dem Ziel lassen eine schwere Knieverletzung befürchten. Im Fernsehen waren Schmerzensschreie von Pinturault zu hören, der erst vor wenigen Tagen Vater einer kleinen Tochter geworden war. Eine Diagnose stand zunächst aus. «Es ist schwer, nach meinem Lauf glücklich zu sein, wenn einem Freund so etwas passiert», sagte Pinturaults Landsmann und Sieger Sarrazin im ZDF.

Jocher in den Punkten, Baumann enttäuscht

Anders als bei dem formstarken Franzosen läuft bei den deutschen Skirennfahrern aktuell kaum etwas zusammen. Neben Sander kam Simon Jocher als 29. (+3,18) immerhin noch in die Punkteränge, Romed Baumann enttäuschte auf Platz 37 (+3,82). Josef Ferstl und Luis Vogt schieden aus. Der frühere Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen verzichtete auf einen Start, um sich für die traditionelle Lauberhorn-Abfahrt am Samstag (12.30 Uhr/ZDF und Eurosport) zu schonen.

Die deutschen Schlappen in diesem Winter überraschen insofern, als Baumann und Sander am Ende der vorigen Saison noch jeweils auf Weltcup-Podests gerast waren. Aktuell aber lassen die DSV-Sportler vor allem Aggressivität vermissen, wie die Trainer monieren.

Von