Die Ukrainer stellte sich hinter den von Olympia ausgeschlossenen Sportler Wladyslaw Heraskewytsch. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Robert Michael/dpa)

Die Ukraine hat auf den Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Fahrers Wladyslaw Heraskewytsch nach dem Helm-Streit bei den Olympischen Winterspielen mit Empörung reagiert. «Das Internationale Olympische Komitee hat nicht den ukrainischen Athleten gesperrt, sondern seinen eigenen Ruf. Zukünftige Generationen werden dies als einen Moment der Schande in Erinnerung behalten», schrieb Außenminister Andrij Sybiha bei der Plattform X. 

Auf dem Helm von Heraskewytsch sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Am Verhalten von Heraskewytsch sei nichts falsch gewesen, äußerte Sybiha. «Er wollte einfach nur an die im Krieg getöteten Mitathleten erinnern», schrieb der ukrainische Chefdiplomat.

Sybiha zufolge sind aufgrund der russischen Invasion seit 2022 650 ukrainische Sportler und Trainer getötet und 800 Sporteinrichtungen beschädigt worden. «Es sind die Russen, die gesperrt werden müssen, nicht die Erinnerung an ihre Opfer», schrieb er.

Nationale Olympische Komitee unterstützt Heraskewytsch

Auch das Nationale Olympische Komitee gab dem eigenen Sportler Rückendeckung. «Heute startete Wladyslaw nicht, doch er war nicht allein – mit ihm ist und wird die gesamte Ukraine sein», schrieb das Komitee bei Facebook. Wenn ein Sportler für «Wahrheit, Ehre und Erinnerung» eintrete, dann sei das bereits der Sieg.

Heraskewytsch war im Disput um seinen Kopfschutz mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen nicht auf Kompromissvorschläge des IOC eingegangen und daher vom olympischen Wettbewerb ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung traf der zuständige Weltverband IBSF. Das IOC entzog dem 27-Jährigen die Akkreditierung für die Winterspiele in Italien.

Von