Wladislaw Heraskewitsch kritisiert die Teilnahme russischer Sportler an Wettkämpfen. (Archivbild) (Urheber/Quelle/Verbreiter: Robert Michael/dpa)

Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewitsch warnt vor einer Normalisierung des russischen Angriffskrieges auf sein Land durch die Zulassung von Sportlern aus Russland bei internationalen Wettkämpfen. «Ich denke, dass das insgesamt wirklich schlecht ist, weil es die Handlungen Russlands normalisiert und die Menschen immer weniger über den Krieg nachdenken», sagte der 27-Jährige in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Heraskewitsch war 2022 über seinen Sport hinaus bekanntgeworden, als er bei den Olympischen Winterspielen in Peking nach der Zieldurchfahrt im Eiskanal mit einem handgemachten Poster mit der Aufschrift «No War in Ukraine» protestiert hatte. Bei den bevorstehenden Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo – seinen dritten hintereinander – wird er Fahnenträger der ukrainischen Mannschaft sein.

Kritik an Kriterien

Sportler aus Russland und Belarus dürfen unter bestimmten Voraussetzungen an Qualifikationswettkämpfen und den Winterspielen teilnehmen. Unter anderem dürfen sie keine Beziehungen zum Militär haben oder den Krieg in der Ukraine befürworten. In zahlreichen Sportarten dürfen sie als sogenannte neutrale Athleten starten.

Für Heraskewitsch sind die Kriterien nicht ausreichend. «Wir haben in unserem Sport Leute, die sich auf der Krim, in besetztem Gebiet, auf Wettkämpfe vorbereitet haben und trotzdem als neutrale Athleten anerkannt wurden. Manche Leute haben Verbindungen zur Armee. Wir haben immer noch Leute, die den Krieg unterstützt haben und die antreten dürfen. Das ist natürlich für mich nicht in Ordnung», sagte der Olympia-18. von 2022.

Was sich Heraskewitsch wünscht

Der mit ihm befreundete Rodel-Olympiasieger Felix Loch, der Mitbegründer des Vereins «Athletes for Ukraine» ist, hatte zuletzt gesagt, dass ihn ein mulmiges Gefühl beim Start russischer Sportler bei den Winterspielen begleite. Er habe immer so ein bisschen Bauchweh, wenn ukrainische und russische Sportler auf der Bahn oder wo auch immer aufeinandertreffen würden, sagte der 36-Jährige im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF.

Heraskewitsch wünscht sich mehr Unterstützung anderer Sportler. «Ich sehe immer mehr Athleten aus unterschiedlichen Nationen, die dazu nicht bereit sind und die versuchen, Politik als Thema zu vermeiden. Sie versuchen, sich von allem abzugrenzen», sagte der Ukrainer.

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