Skeleton-Pilot Axel Jungk hat den Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF scharf kritisiert. «Es ist traurig und schwach vermarktet von unserem Verband, also vom internationalen Verband vor allem. Wir stehen immer so ein bisschen im Schatten vom Bobsport, was traurig ist. Weil meiner Meinung nach ist es mindestens genauso interessant», sagte der Silbermedaillengewinner, der vor vier Jahren in Peking auch Olympia-Zweiter wurde, auf der Pressekonferenz im Deutschen Haus.
Skeleton immer Freitag früh
Vor allem der festgefahrene Zeitplan ärgere den 34-Jährigen. «Im Weltcup-Zirkus haben wir jede Woche Freitag früh um 09.00 Uhr unsere Rennen. Bob kann Samstagabend und Sonntag zur Primetime fahren. Dann müssen wir uns nicht wundern, dass die Sportart nicht populärer wird», betonte der ehemalige Skispringer, der für den Dresdner SC startet und seit zweieinhalb Jahren in Dortmund lebt und trainiert.
Änderungen wünscht er sich, glaubt aber nicht wirklich daran. «Da können wir als Sportler wenig dazu. Ich hoffe, dass das in den nächsten Jahren besser wird. Ich gehe nicht davon aus, denn es ist in den letzten zehn Jahren auch nicht besser geworden.»
Skispringer Jungk kannte Skeleton selbst nicht
Dass viele Zuschauer und Wintersport-Fans die spektakuläre Sportart, wo es mit Höchstgeschwindigkeiten mit gut 140 km/h den Eiskanal hinuntergeht, kaum kennen, nimmt er niemanden krumm. Er selbst wusste es in jungen Jahren nicht. Als die Anfrage zum Wechsel vom Skispringen auf Skeleton kam, dachte er, es wäre Shorttrack.
«Ich habe denen erzählt, dass ich gerade eine Anfrage bekommen habe zum schnellen Kreislaufen. Da sagten sie, das ist nicht das, das ist Shorttrack, Skeleton ist das mit dem Kopf voraus den Eiskanal hinunter. Das fand ich schon crazy, dass ich als Wintersportler auf dem Internat die Sportart nicht kannte», sagte Jungk und ergänzte: «Deswegen mache ich auch niemandem einen Vorwurf, wenn er mich fragt, was ist Skeleton eigentlich.»

