Eteri Tutberidse (r) coacht in Mailand den Georgier Nika Egadse. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Francisco Seco/AP/dpa)

Auf die Frage nach seiner umstrittenen Trainerin Eteri Tutberidse hätte Eiskunstlauf-Europameister Nika Egadse aus Georgien nach seiner verpatzten Kür im Teamwettbewerb bei Olympia in Italien gerne verzichtet. «Ich glaube, ich bin Eisläufer und muss diese Frage nicht beantworten. Tut mir leid», antwortete Egadse nach einer Vorstellung mit vielen Fehlern auf die Frage, wie sich der Wirbel um Tutberidse auf ihn ausgewirkt habe. Die 51 Jahre alte Russin coacht Egadse, der mit Georgien im Team am Sonntag den vierten Platz belegte, auch in Mailand.

Eteri Tutberidse – dieser Name steht in der Eiskunstlauf-Welt zum einen für Erfolg, zum anderen aber auch für einen Doping-Schatten. In Erinnerung ist der Fall des russischen Eiskunstlauf-Stars Kamila Walijewa. 2022 hatte es um sie inmitten der Spiele von Peking einen Dopingskandal gegeben.

Walijewa-Fall ohne Auswirkungen für Tutberidse 

Die damals 15 Jahre alte Walijewa hatte als Erklärung für die positive Probe rund zwei Monate vor Olympia in Peking angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Sie wurde anschließend rückwirkend für vier Jahre gesperrt, Tutberidse hingegen durfte sich weiter in der Eiskunstlauf-Welt aufhalten und ist nun zurück auf der olympischen Bühne – akkreditiert durch den georgischen Verband.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) übt daran Kritik. Wada-Präsident Witold Banka sagte, er fühle sich mit der Anwesenheit von Eteri Tutberidse bei den Spielen nicht wohl. «Es ist nicht unsere Entscheidung, dass die Trainerin hier ist», äußerte Banka und fügte hinzu: «Die Untersuchung hat keine Beweise dafür ergeben, dass diese Person in diesen Dopingprozess verwickelt war, daher gibt es keine rechtliche Grundlage, sie von der Teilnahme an den Olympischen Spielen auszuschließen.»

Regularien geändert

Wada-Generaldirektor Olivier Niggli erklärte im ZDF, dass man die Regularien wegen des Walijewa-Falls verschärft habe: «Jetzt folgt bei einem positiven Befund immer eine Untersuchung des gesamten Umfelds, denn Minderjährige dopen nicht eigenständig.»

Inzwischen ist auch Walijewa wieder auf dem Eis zurück. Ihre Sperre ist abgelaufen. Eine Qualifikation für Olympia war für sie aber nicht mehr möglich.

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