Claudia Pechstein wurde bei der WM über die 5000-Meter-Distanz Zehnte. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Rick Bowmer/AP/dpa)

Acht Tage vor ihrem 49. Geburtstag hat Claudia Pechstein bei den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften in Heerenveen zum dritten Mal eine Platzierung in den Top Ten erkämpft.

Über 5000 Meter, auf denen sie schon vor 27 Jahren Olympiasiegerin war, kam die Berlinerin am Sonntag bei ihrer 44. Teilnahme an einer WM in 7:09,17 Minuten auf den zehnten Rang. «Der Plan waren die Top Ten. Der Plan ist aufgegangen», sagte Pechstein.

Dabei schmerzte der Rücken nach wie vor, weshalb hatte sie auf einen Start über 3000 Meter verzichtet hatte. Trotz der Probleme hatte die fünfmalige Olympiasiegerin tags zuvor als Neunte im Massenstart für das beste Einzelergebnis der deutschen Damen in Heerenveen gesorgt und war mit dem Team Achte geworden. Sie hofft nun in einem Jahr als erste Sportlerin auf ihre achte Olympia-Teilnahme in Peking. «Dieses Ergebnis war ganz wichtig für ihren Kopf», urteilte ihr Lebensgefährte, Verbands-Präsident Matthias Große.

Patrick Beckert verpasste seine vierte WM-Medaille über 10 000 Meter deutlich. In 13:12,27 Minuten reichte es für den 30 Jahre alten Erfurter nur zu Platz neun. «Schade, aber dieses Ergebnis ist einer Saison geschuldet, die ganz anders abgelaufen ist als die vorhergehenden», sagte er. Den spektakulären Schlusspunkt der WM setzte der Schwede Nils van der Poel, der in 12:32,95 Minuten den ein Jahr alten Weltrekord des Kanadiers Graeme Fish um 0,91 Sekunden verbesserte. «Das ist der Wahnsinn. Aber nach seinen starken 5000 Metern hatte ich fast damit gerechnet», sagte Beckert.

Obwohl wie 2016 und 2019 zum dritten Mal keine WM-Medaille für die Deutschen heraussprang, war der Verbands-Präsident weit entfernt von jeder Kritik. «Wenn jemand persönliche Bestzeit bei der WM läuft, dann weist er einen Super-Entwicklungsprozess nach», lobte Große vor allen Mareike Thum. Die Inline-Weltmeisterin aus Darmstadt steht erst im dritten Jahr auf dem Eis und hatte als 13. über 3000 Meter ihre Bestzeit um 1,68 Sekunden gedrückt. «Auch wenn die Plätze noch nicht Weltspitze sind: Wir müssen diesen Weg beginnen, sonst werden wir nie ganz oben ankommen», sagte Große der Deutschen Presse-Agentur.

Die Führung des Verbandes steht seit Anfang Januar wegen mangelnder Kommunikation in der Kritik, die vier Eissprinter in einem offenen Brief geäußert hatten. Daher soll die Situation im Verband nun am 24. Februar Thema im Sportausschuss des Bundestages sein, erklärte dessen Vorsitzende Dagmar Freitag am Sonntag in der ARD.

Zwei Unterzeichner des Briefes standen bei der WM am Start: Während der Erfurter Stefan Emele am Sonntag über Platz zwölf bei seinem WM-Debüt über 1500 Meter strahlen konnte, war Joel Dufter nach den 1000 Metern enttäuscht. Der Inzeller Hoffnungsträger hatte Riesenpech: Nach zwei Fehlstarts seines niederländischen Laufpartners Thomas Krol musste er einen schwierigen Alleingang hinlegen. «Der Push war einfach weg, das war sehr, sehr unglücklich», bedauerte der EM-Dritte nach Platz 13 in mäßigen 1:10,30 Minuten.

Von Frank Thomas, dpa

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