Die deutsche Biathlon-Mixed-Staffel um Erik Lesser kam nur auf Rang sieben. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Darko Bandic/AP/dpa)

Dem verpatzten WM-Auftakt ließ Erik Lesser die schonungslose Analyse folgen. «Ich bin einfach nur mega enttäuscht über meine eigene Leistung», sagte der Biathlet nach dem bitteren siebten Platz mit der Mixed-Staffel.

Die deutschen Skijäger hatten am Mittwoch im slowenischen Pokljuka eigentlich auf eine Medaille gehofft, doch die blieb nach 4×7,5 Kilometern und insgesamt elf Nachladern in weiter Ferne. Auch, weil der Staffel-Altmeister nicht in die Nähe seiner Bestform kam. «Es ist sicher nicht das Ergebnis, das wir uns alle erhofft und gewünscht haben», sagte Lesser, der zu seiner letzten Laufrunde sagte: «Da war ich mehr Opfer als Akteur.»

Das deutsche Quartett mit Lesser, Arnd Peiffer, Denise Herrmann und Franziska Preuß hatte einen Rückstand von 1:04,9 Minuten auf Sieger Norwegen, das sich wie erwartet das erste Gold der Titelkämpfe sicherte. Silber ging überraschend an Österreich, Bronze an Schweden. «Ich weiß gar nicht, mit was ich zuerst unzufrieden sein soll», sagte Lesser derweil. Und so geht das Warten auf das erste deutsche Mixed-Gold seit 2017 weiter. «Erik ist zum Glück so ein Charakter, der kann das schnell wieder abschütteln», sagte Preuß, die als Schlussläuferin bei starkem Schneetreiben nichts retten konnte. «Das hat schon jeder von uns erlebt und keiner nimmt da jemandem was übel. Wir bauen ihn jetzt auf», betonte Preuß.

In allen Staffelwettbewerben hatte Bundestrainer Mark Kirchner eine Medaille als Ziel ausgegeben, bei der ersten Möglichkeit waren die Deutschen jedoch erschreckend chancenlos. «In der Mixed-Staffel laufen eigentlich die vier Besten, ich gehöre heute nicht dazu», sagte Lesser (32). Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die bei der WM als Expertin für die ARD arbeitet, urteilte: «Da haben wir uns einiges mehr erhofft. Es waren alle vier nicht in Topform.»

Erstmals liefen die Männer in einer WM-Mixed-Staffel zuerst. Doch Lesser geriet auf der 1350 Meter hohen Hochebene Pokljuka gleich unter Druck. Der für seine Schnellfeuereinlagen bekannte Routinier konnte im Stehendschießen gerade so die Strafrunde vermeiden und schickte nach insgesamt vier Nachladern seinen Freund Arnd Peiffer mit bereits 1:02,0 Minuten Rückstand als 17. in die Loipe. «Die Nachlader dürfen mir nicht passieren», sagte Lesser, der auch auf der Strecke nicht mithalten konnte und viel Zeit verlor.

Der bereits mit sieben Mixed-Medaillen dekorierte Peiffer blieb zwar mit einem Nachlader stehend im Soll, aber läuferisch hinter seinen Möglichkeiten. So wuchs der Rückstand auf die führenden Norweger auf 1:41,9 Minuten an. «Ich war erschrocken, als ich den Rückstand gesehen habe. Ich hatte gehofft, Denise auf einer besseren Position zu übergeben», sagte der Sprint-Olympiasieger (33) aus dem Harz.

Denise Herrmann (32) bestätigte zwar auf der Strecke die Entscheidung der Trainer, sie trotz ihrer schwankenden Schießleistungen zu nominieren. Nach einem fehlerfreien Liegendanschlag brauchte die 32-Jährige stehend dann aber alle Nachlader und konnte keinen Boden auf die Medaillenränge gutmachen. «Beim dritten Nachlader habe ich schon etwas gezittert. Es war auch schwierig zu laufen», sagte die Ex-Weltmeisterin. Franziska Preuß (26) konnte nichts mehr ausrichten, auch weil die Konkurrenz keine Fehler machte.

Für Aufregung vor dem WM-Auftakt sorgte der Corona-Fall des österreichischen Herren-Cheftrainers Ricco Groß. Der 50-jährige gebürtige Sachse wurde positiv getestet, hat aber keine Symptome. Bei den Sportlern waren alle Tests vor dem Auftakt negativ ausgefallen.

Insgesamt stehen bei den Wettkämpfen in Slowenien an neun Wettkampftagen zwölf Entscheidungen an. Die Deutschen haben sich vier bis fünf Medaillen als Ziel gesetzt. 2020 gab es fünf Plaketten, auf einen Titel wartet das Team seit 2019. Am Freitag geht es mit dem Sprint der Männer (15.15 Uhr/ARD und Eurosport) weiter.

Von Thomas Wolfer und Sandra Degenhardt, dpa

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