Kurz vor ihrem Karriereende greift Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß nach ihrer ersten olympischen Einzel-Medaille. Die 31-Jährige führt bei den Winterspielen in Antholz das vierköpfige deutsche Aufgebot an, das am Mittwoch (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) über 15 Kilometer antritt. Im Klassiker sind zudem Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Selina Grotian für den Deutschen Skiverband am Start. Für Hettich-Walz und Grotian werden es die ersten Olympia-Rennen ihrer Laufbahn.
Hettich-Walz bei Olympia von Tochter getrennt
«Ich bin sehr froh, hier dabei zu sein», sagte Hettich-Walz. Die 29-Jährige war erst im vergangenen Februar Mutter geworden und schaffte es in kurzer Zeit zurück in den Weltcup. Tochter Karlotta wird in Antholz aber anders als bei manch anderen Weltcup-Stationen nicht bei ihrer Mutter wohnen. «Es war mein Ziel, zurückzukommen und mich für Olympia zu qualifizieren. Da ist ganz klar, dass ich auch mal eine Woche von meiner Tochter getrennt sein werde», sagte die WM-Zweite im Einzel von 2024.
Aus Gründen des Infektionsschutzes ist die Familie während der Winterspiele getrennt. «Ich wohne auch im Mannschaftshotel und deshalb habe ich meine Tochter auch nicht dabei. Mein Mann und sie kommen am Donnerstag», sagte Hettich-Walz: «Ich werde sie dann schon mal treffen, aber man muss natürlich schon sehr aufpassen.» Eine Belastung sei das für die erste noch aktive Mutter im deutschen Biathlon-Team überhaupt allerdings nicht. «Ich wusste, wie es sein wird und hatte Zeit, mich darauf einzustellen», sagte sie.
Preuß und Voigt waren schon Olympia-Vierte im Einzel
Preuß und Voigt hatten am Sonntag mit der deutschen Mixed-Staffel bereits Bronze gewonnen. In einem Individualrennen warten beide Biathletinnen aber noch auf den Sprung aufs olympische Podest. Voigt hatte vor vier Jahren im Einzel von Peking als Vierte Bronze hauchdünn um nur 1,3 Sekunden verpasst. 2018 in Pyeongchang war Preuß Einzel-Vierte geworden. 2022 gewann Denise Herrmann-Wick in China überraschend Gold im Klassiker.

