Schwer gezeichnet nach einem Sturz vom Vortag: Österreichs Daniel Hemetsberger. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Rebecca Blackwell/AP/dpa)

Die Olympia-Strecke von Bormio hat bei einem österreichischen Ski-Ass schon vor der Abfahrt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Daniel Hemetsberger war am Donnerstag im zweiten Training gestürzt, hatte dabei seinen Helm verloren und war in einen Fangzaun gekracht. Tags darauf präsentierte der 34-Jährige im Abschlusstraining sein malträtiertes Gesicht: Das linke Auge war dunkelblau angelaufen, Pflaster klebten auf Nase und Backe, und zu allem Überfluss hat der Routinier auch noch einige Zähne verloren.

Vor dem Start am Freitag aber flachste er noch mit anderen Fahrern herum, Italiens Mitfavorit Dominik Paris machte ein Selfie mit dem Rivalen aus Österreich. Das Rennen steht am Samstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) an.

Hemetsberger fährt ohne Kreuzband

Hemetsberger war auf der Stelvio-Piste bei einer Rechtskurve zu Fall gekommen. Im Rutschen schlug er dann gegen ein Tor, das ihm den Helm vom Kopf riss. «Ich war Gott sei Dank nicht ohnmächtig und habe den ganzen Sturz live miterlebt», sagte der Sportler. «Ich weiß auch noch alles. Das ist einmal gut, weil mich hat es doch ziemlich auf die Birne gehaut. Das Gute ist, dass ich mir rechts eh kein Kreuzband reißen kann, weil keines mehr drinnen ist.»

Nach drei schweren Knie-Operationen fährt Hemetsberger ohne Kreuzband. Das habe zur Folge, dass unter anderem der Unterschenkel nicht adäquat fixiert ist und sogar während der Fahrt verschoben werden kann. «Aber ich habe meine Muskulatur so trainiert, dass ich das im Griff habe», sagte er zuletzt der «Kleinen Zeitung» aus Österreich. «Bei mir kann halt auch nichts reißen. Wenn das Schienbein ganz rausgeht, sitze ich halt am Hintern.»

Showdown am Samstag

Anders als Hemetsberger verzichteten übrigens 21 Fahrer auf das letzte Training in Bormio. Simon Jocher fuhr wie etliche andere nur einige Teile im Rennmodus, die anderen dafür aufrecht stehend und mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Die Trainingszeiten hatten daher keine Aussagekraft. Die Favoriten sind Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni aus Italien, dessen Teamkollege Paris und der Schweizer Weltcup-Dominator Marco Odermatt.

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