Der dreimalige Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat angesichts des möglichen Starts von russischen Sportlern bei den Winterspielen im kommenden Monat in Mailand und Cortina ein mulmiges Gefühl. Er habe immer so ein bisschen Bauchweh, wenn ukrainische und russische Sportler auf der Bahn oder wo auch immer aufeinandertreffen würden, sagte der 36-Jährige im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF: «Es geht jetzt nicht nur ums Rodeln, es geht ja um viele andere Sportarten auch.»
Er sei immer wieder froh, wenn alles gut gehe, betonte Loch, «weil es ist bei uns im Endeffekt sehr, sehr leicht möglich, da vielleicht am Ende irgendwas in die Bahn zu werfen, nur weil du gesagt hast: ‚Ich unterstütze die Ukraine‘.» Loch ist Mitgründer von Athletes for Ukraine. «Wir erheben unsere Stimme und setzen uns für Frieden und Solidarität ein», steht auf der Homepage der Hilfsorganisation.
Kritik auch am IOC
Für ihn sei das immer noch irgendwie komisch, dass russische Sportler wieder dabei sein dürfen. «Es wurde vom IOC relativ schnell alles auf die internationalen Verbände abgewälzt», befand Loch.
Das Internationale Olympische Komitee erlaubt Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus, wie schon bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, als individuelle neutrale Athleten anzutreten. Das IOC überlässt jedoch den internationalen Verbänden der einzelnen Sportarten die Entscheidung, ob sie dies auch in ihren Qualifikationswettkämpfen anwenden.
Hintergrund der Sanktionen gegen Russland und Belarus ist der seit mehr als drei Jahren andauernde Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das IOC hatte zudem Russlands Olympisches Komitee suspendiert, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hat. Dies wertete das IOC als Verstoß gegen die olympische Charta.

